Was ist Shiatsu?

Weil Kranke im alten China kostenlos behandelt werden mussten, verdienten Ärzte ihr Geld damit, die Menschen möglichst lange gesund zu halten. Dazu setzten sie neben der Akupunktur eine auf den gleichen Prinzipien aufbauende Druckpunktmassage ein, aus der sich das moderne Shiatsu herleitet. Unser modernes westliches Gesundheitssystem funktioniert offensichtlich nach anderen Prinzipien. Es basiert auf einem mechanistischen Menschenbild mit einer klaren und meßbaren Unterscheidung von krank und gesund. Mehr und mehr setzt sich aber die Einsicht durch, dass der menschliche Körper keine Maschine ist und es eine Unzahl von Abstufungen gibt zwischen klarem Funktionsversagen von Organen und der subjektiven Definition von Lebensqualität. Doch jeder trägt selbst Sorge dafür, dass sich sein Zustand auf
einem möglichst hohen Niveau von Gesundheit und Wohlbefinden stabilisiert. Shiatsu kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Shiatsu ist eine Körperbehandlung, die im vergangenen Jahrhundert in Japan entwickelt wurde. Shiatsu ist somit eine "moderne" Methode, allerdings geht sie zurück auf traditionelle chinesische Techniken: neben dem Anma, der Druckmassage, auch auf Do-in, eine Entspannungstechnik, die viel mit dem Yoga gemein hat. Diese beiden Verfahren sind die ältesten Formen medizinischer Behandlung im Osten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die körperlich-seelisch-geistige Befindlichkeit des Menschen abhängig ist von der Verteilung und dem Fluß der Lebensenergie (Ki) entlang bestimmter Energieleitbahnen (Meridiane) des Körpers. Beim Shiatsu (Shi = Finger, Atsu Druck) werden bestimmte Punkte entlang der Meridiane durch Druck stimuliert, um Energieblockaden zu lösen. Solche Blockaden zeigen sich auf physischer Ebene beispielsweise durch Verspannungen, Unbeweglichkeiten und Schmerz, auf psychischer Ebene als emotionale und seelische Instabilität. Durch die Harmonisierung des Energieflusses in einer bestimmten, für jedes Individuum einzigartigen Balance werden die Selbstheilungskräfte aktiviert, Wohlgefühl, Sensibilisierung und Ruhe stellen sich ein. Das Ich kommt zu sich selbst, findet seine Mitte,

Wie funktioniert Shiatsu?

Shiatsu-Therapie ist eine Form von manuelle Behandlung, ausgeführt mit den Daumen, Fingern und den Handflächen, ohne Zuhilfenahme irgendwelcher Instrumente. Durch Druck auf die menschliche Haut beseitigt sie innere Störungen, fördert und erhält die Gesundheit und behandelt spezielle Beschwerden.
(Aus einer Mitteilung des Japanischen Gesundheitsministeriums)
Shiatsu wird in der Regel nach japanischer Tradition auf dem Boden praktiziert, Dabei sollte bequeme, wärmende Bekleidung getragen werden, da die Körpertemperatur bei tieferer Entspannung sinkt. Durch Setsu-Shin (Betasten) im Hara (Energiezonen im Bauchraum) stellt der Therapeut fest, welche Meridiane Kyo (Leere) und Jitsu (Fülle) sind. Durch bestimmte Techniken kann im Verlauf der Meridiane Kyo aktiviert und Jitsu beruhigt werden.
Eine Behandlung dauert 45 - 60 Minuten. Es ist sinnvoll, eine Serie von Behandlungen im Ein- oder Zweiwochen-Rhythmus zu absolvieren, da sich die Wirkung aufbaut und so länger anhält.

Das Grundprinzip des Shiatsu ist es, einen psychischen Kommunikationsstrom, ein "Lebensecho" mit dem Empfänger von Shiatsu zu erreichen. Der Weg zur inneren Ausgeglichenheit liegt in ihm selbst, Shiatsu hilft nur dabei, diesen Weg zu finden. Der Therapeut sucht nicht nach speziellen Krankheiten, sondern bemüht sich, den Patienten psychisch und körperlich zu verstehen. Shiatsu ist ein Dialog der Körper, ein Geben und Nehmen. Am Ende einer Behandlung bedankt sich der Therapeut...

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